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Der Zuwachs des Imports aus der EU nach Belarus und in die Ukraine kompensiert den drastischen Importrückgang nach Russland nicht

30.04.2015

Im Januar-Februar 2015 ist der Güterverkehr aus der EU nach Osten (GUS-Staaten) im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014 etwa um ein Viertel zurückgegangen. Mengenmäßig beträgt der Güterverkehrsrückgang in die größten GUS-Länder (Russland, die Ukraine, Belarus und Kasachstan) etwa 1297 Tausend Tonnen (-23%). Der bedeutendste Rückgang besteht bei dem Import nach Russland (-1566 Tausend Tonnen; -40%). Eine positive Dynamik der Richtungen Ukraine und Belarus ( +14% и +25% dementsprechend) kann den Importrückgang nach Russland nicht ausgleichen. (Hier und weiterhin – nach Angaben der Eurostat, verarbeitet vom TELS Marketingdepartment.)

Spedition nach Russland

Im Januar-Februar 2015 wurde aus der EU nach Russland mit 4 Verkehrsarten (Straße, Bahn, See, Luft) 2344 Tausend Tonnen Fracht zugestellt, und das ist 40% weniger im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014. Der Güterverkehrsrückgang ist bei allen Verkehrsträgern festzustellen: die entsprechende negative Dynamik bei Straße, Bahn und See liegt bei 38-42%, die Lufttransporte sind um 21% zurückgegangen. Bei den Lufttransporten handelt es sich oft um wertvolle Frachten, das erklärt teilweise den Grund, warum das Importvolumen nach Russland im Geldausdruck nur um 33% (bis 10779 Mio. Euro) schrumpfte. So sieht die Dynamik der Spedition nach Russland aus:

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

2 365 888

1 458 494

-38%

See

1 065 669

618 272

-42%

Bahn

466 383

258 057

-45%

Luft

11 754

9 260

-21%

Spedition nach Russland

Der Importrückgang nach Russland aus den EU-Ländern wurde von mehreren negativen Faktoren ausgeprägt. Neben der allgemeinen Rezession der Weltwirtschaft und der Nachfragesenkung auf dem russischen Markt haben die gegenseitigen Sanktionen zum Güterverkehrsrückgang beigetragen.

Die EU-Sanktionen gegen Russland haben den russischen Banken den Zugang zu europäischen Kapitalien deutlich eingeschränkt, und das reduzierte die Investitionsmöglichkeiten Russlands und führte zur Nachfragesenkung für Importanlagen und –güter. Dazu wurde auch eine Lieferungseinschränkung für einige Anlagen und Technologien nach Russland eingeführt, und das schränkte die Verbrauchsmöglichkeiten der russischen Wirtschaft noch mehr ein.

Der Kurssturz des Rubels zum Euro hat den Gebrauchsgüterimport wesentlich beeinflusst – die Waren sind für die russischen Verbraucher viel teurer geworden. Die Gegensanktionen von Russland, die den Lebensmittelimport ab dem IV. Vierteljahr aus mehreren Ländern einschränken, haben den Güterverkehr aus einigen EU-Ländern reduziert.

Spedition in die Ukraine

Im Januar-Februar 2015 importierte die Ukraine aus der EU 14% (1294 Tausend Tonnen) mehr Güter als im gleichen Zeitraum 2014. Zum ausgeprägten Trend wurde die modale Verlagerung von Straße zu Bahn. Die Straßentransporte gingen um 17% zurück (bis auf 539 Tausend Tonnen), dabei sind die Bahntransporte mehr als zweifach gewachsen (bis auf 663 Tausend Tonnen), und überholten damit das Straßentransportvolumen.

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

650 605

539 215

-17%

See

171 924

90 842

-47%

Bahn

306 657

662 958

116%

Luft

1 845

1 255

-32%


Spedition in die Ukraine

Speditionen nach Weissrussland

Der Güterstrom aus der EU nach Belarus (Weißrussland) ist im Januar-Februar 2015 auch um 25% (558 Tausend Tonnen) gestiegen. Etwa 87% des Güterverkehrs in dieser Richtung erfolgt durch Straße, und gerade bei dieser Transportart ist der größte Zuwachs festzustellen: +29%, bis zu 486 Tausend Tonnen. Positive Dynamik ist auch bei Bahntransporten zu bemerken (+28%), doch mengenmäßig ist der Zuwachs unbedeutend (65 Tausend Tonnen).

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

377 647

485 661

29%

See

17 951

6 851

-62%

Bahn

50 718

64 767

28%

Luft

339

222

-35%


Speditionen nach Weissrussland

Bemerkenswerter Importzuwachs nach Belarus aus der EU war schon im November 2014 festzustellen und die Tendenz entwickelte sich auch anfangs 2015. Die Zunahme des Güterverkehrs erfolgte durch Lebensmittel und Agrarprodukte. Das wird maßgeblich dadurch erklärt, dass Belarus die in Russland zur Einfuhr verbotenen Lebensmittel umlenkte und nach Russland reexportierte.

Spedition nach Kasachstan

Das Güterverkehrsvolumen aus der EU nach Kasachstan im Vergleich zu obengenannten Ländern scheint unbedeutend zu sein – nur 91 Tausend Tonnen im Januar-Februar 2015 (-4%). Dabei sind Straßentransporte um 20% gewachsen (bis zu 84 Tausend Tonnen). Das Güterverkehr mit anderen Verkehrsmitteln ist deutlich zurückgegangen. So sieht die Dynamik der Spedition nach Kasachstan aus:

 

Jan-Feb 2014, Tonnen

Jan-Feb 2015, Tonnen

Dynamik,%

Straße

70 133

84 449

20%

See

15 312

10 753

-30%

Bahn

49 086

34 620

-29%

Luft

2 828

2 334

-17%

eu-Kaz_03-15.png

***

Am meisten wurden Lieferungen der Bereiche Maschinenbau, Anlagen und Industriewaren, Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU in die GUS zurückgegangen. Dabei ist bedeutender Zuwachs bei festen Mineralstoffen (+188 Tausend Tonnen) festzustellen, und fast das ganze Volumen wurde aus Polen zugestellt.

Land 2 Monate. 2014, Tonnen 2 Monate. 2015, Tonnen  Dynamik, % Dynamik, Tonnen
Automobile und Ersatzteile, andere Erzeugnisse 1 667 429 1 148 341 -31% -519 088
Nahrungsmittel und Tierfutter 725 110 434 130 -40% -290 980
Agrarprodukte und lebendige Tiere 843 311 554 847 -34% -288 464
Chemikalien 968 635 795 291 -18% -173 344
Erdölprodukte 400 664 240 346 -40% -160 318
Metallerzeugnisse 194 597 127 267 -35% -67 330
Düngemittel 12 771 11 286 -12% -1 485
Un- und bearbeitete Mineralien, Baumaterialien 613 271 613 989 0% 718
Erz und Metallabfälle 31 750 57 561 81% 25 811
Feste Mineraltreibstoffe 99 796 287 805 188% 188 009

Im Januar-Februar 2015 ist der Importrückgang aus 24 Ländern in die GUS festzustellen. Die folgenden Länder sind am meisten betroffen:

  • Deutschland (-235 Tausend Tonnen; -28%),
  • Finnland (-110 Tausend Tonnen; -30%),
  • Niederlande (-106 Tausend Tonnen; -34%),
  • Estland (-103 Tausend Tonnen; -67%),
  • Rumänien (-102 Tausen Tonnen; -46%),
  • Belgien (-95 Tausend Tonnen; -39%),
  • Schweden (-83 Tausend Tonnen; -51%),
  • Spanien (-79 Tausend Tonnen; -40%),
  • Italien (-76 Tausend Tonnen; -31%),
  • Großbritannien (-70 Tausend Tonnen; -50%).

Die Anlieferungen in die GUS sind aus folgenden Ländern gewachsen:

  • Slowakei (+68 Tausend Tonnen; +65%) – durch Baumaterialien;
  • Litauen (+45 Tausend Tonnen; +10%) – durch Agrarproduktion;
  • Bulgarien (14 Tausend Tonnen; +28%) – durch Erz und Chemikalien;
  • Kroatien (+12 Tausend Tonnen; +280%) – durch Lebensmittel.

Bemerkenswert wäre auch die phänomenale Fähigkeit von Polen seine Exportpotenzialen Richtung Osten wiederaufzubauen. Trotz der Sanktionen, die den Agrarproduktenstrom nach Russland wesentlich reduzierten, ist der allgemeine Warenstrom in die GUS-Länder nur um 1% gesunken. Im Januar-Februar 2015 zeigte sich Polen als die Nummer Eins unter den Exporteuren in die GUS nach Güterverkehrsvolumen.

Das Güterverkehrsimportvolumen nach Russland, in die Ukraine, nach Belarus und Kasachstan aus den EU-Staaten, Januar-Februar 2015.

Land 2 Monate. 2014, Tonnen  2 Monate 2015, Tonnen Dynamik, %
Polen 1 124 792 1 109 556 -1%
Deutschland 848 574 613 142 -28%
Litauen 442 043 487 350 10%
Finnland 366 348 256 257 -30%
Niederlande 316 593 210 299 -34%
Italien 251 372 173 867 -31%
Slowakei 103 937 171 637 65%
Belgien 244 175 149 598 -39%
Frankreich 193 702 127 468 -34%
Rumänien 219 910 118 101 -46%
Spanien 196 231 117 474 -40%
Ungarn 132 145 107 223 -19%
Tschechische Republik 153 792 102 056 -34%
Lettland 136 602 91 031 -33%
Schweden 163 758 80 676 -51%
Österreich 107 932 75 006 -31%
Vereinigtes Königreich 139 261 69 105 -50%
Bulgarien 50 164 64 034 28%
Estland 154 586 51 116 -67%
Griechenland 58 908 49 473 -16%
Dänemark 63 505 30 001 -53%
Irland 90 983 23 695 -74%
Slowenien 26 810 19 746 -26%
Kroatien 4 459 16 941 280%
Portugal 14 055 7 974 -43%
Luxemburg 16 226 4 612 -72%
Zypern 3 870 568 -85%
Malta 6 4 -33%


Die Prognosen für die weitere Entwicklung des Logistikmarktes EU-GUS sind eher pessimistisch – die GUS-Wirtschaft ist jetzt nicht in ihrer besten Phase. Die gegenseitige Aufhebung der Sanktionen der EU und Russlands kann den Handel einigermaßen beleben, doch heute gibt es keine deutlichen Zeichen dafür.

In Bezug auf Lebensmittelkonsum hat sich Russland teilweise auf den Asien-Pazifischen Raum umorientiert, außerdem vergrößerte es den Ankauf im Innland und in der GUS. Der neue Landwirtschaftsminister Aleksander Tkachev proklamierte schnellsten Importersatz von Lebensmitteln, es wird ein Verbot für den Staatsankauf für importierte Lebensmittel vorbereitet, dabei werden Partner-Staaten der Euroasischen Wirtschaftsunion zu einheimischen Produzenten gleichgesetzt. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass der Lebensmitteltransportenmarkt wohl kaum zur Lage Mitte 2014 zurückkehrt, die Warenströme haben sich verändert und die Tendenz wird sich weiterentwickeln. Zum Hauptimportland für Lebensmittel wird Belarus (für den weiteren Reexport nach Russland nach der Verarbeitung von Gütern).

Die Aufhebung von Sanktionen zwischen Russland und der EU wird den Anlagenimport nach Russland einigermaßen beleben. Die Lieferungen von Konsumwaren und Autos werden sich weiterhin infolge des Kaufkraftverlustes der Bevölkerung verengern .

TELS- Marketingdepartment


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